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Alte Turnhalle -Burggasse-

Alte Turnhalle -Burggasse-

 

Die vereinseigene “Alte Turnhalle” in der Burggasse Nieder-Florstadt kann auf eine bewegte Zeit zurückblicken. Erlebte sie doch als Zeitzeuge über siebzig Jahre Vereinsgeschehen. Am 21. August 1923 kam es zur Einweihung der durch die Mitglieder der damaligen Turngemeinde Nieder-Florstadt erbauten Turnhalle.

 

In fleißiger Eigenhilfe, unter der Leitung von Lehrer Heller, waren die Mitglieder am Werk. Aus dem Vogelsberg wurde Bauholz mit Fuhrwerken herangeschafft, und man betätigte sich an so manch ungewohntem Handwerk. Nach ihrer Fertigstellung diente die Halle neben dem Vereinssport auch der Schule als Sporthalle. Außenanlagen für den Sportbetrieb gab es vor der “Alten Turnhalle”. So begann der Anlauf für die Weitsprunggrube bei der Halle und endete im Sand am Niddaufer.

 

Nach dem 2. Weltkrieg  wurden in der Halle Heimatvertriebene durch die Gemeinde untergebracht.

 

Am 13.03.1959 verkaufte Baron Freiherr von Löw das Turnhallengelände an die Sport-Union. Der Pachtvertrag, der zwischen dem Baron und dem Vorläuferverein der SU, der “Turngemeinde”, auf 99 Jahre abgeschlossen war, soll nach Aussage des Freiherren im Laufe der Kriegsereignisse vernichtet worden sein. Der Kaufpreis betrug 2877 DM für das damals 959 qm große Grundstück. 190 qm waren durch das Gebäude bebaut.

 

Die Halle sah schlimm aus. Der Fußboden war eingebrochen und der Wandputz bröselte ab. Das Dach war undicht, die Elektroleitungen unbrauchbar, Fenster und Türen zum Teil verfault.

 

Den Aktiven der Turnabteilung, unterstützt vom Spielmannszug und von Vereinsfreunden, gelang es bis zum September 1960 die Halle wieder instand zu setzen. Willi Schreitz verzierte das Wandstück über der Bühne mit dem Bildnis von Turnvater Jahn und dem Ausspruch: “Einigkeit macht stark”. Die gegenüberliegende Giebelwand erhielt turnerische Motive. In einer kleinen Feierstunde fand die Einweihung statt. Anwesend waren dabei unter anderem Bürgermeister Görg,  Vertreter des Kreises und der Kreissportbundbehörde, des Gauvorstandes und  Rektor Staubi von der hiesigen Schule, die damals keine Halle hatte und die Turnhalle bis zur Fertigstellung der Mittelpunktschule mitnutzte. 

 

1966-67 entstanden die Toilettenanlagen und ein Geräteraum, der später zur Küche umfunktioniert wurde. Außerdem wurde der Hof  befestigt.

 

Weitere Sanierungsmaßnahmen an der Hallenwand zum Hof sowie am Giebel auf der Rückseite waren 1974 erforderlich. In den folgenden Jahren wurde neben dem Anbau für Sektbar und Weinlaube noch der Hof überdacht.  Der Gemeindezuschuß betrug 13.000 DM. Die Halle wird seit jeher auch als Veranstaltungsort genutzt. Seit 1966 hat die Kirchweih hier ihren festen Platz. Grillfeste, Discos, Lampionfeste, Bunte Nachmittage, Weihnachtsfeiern und unzählige Privatfeiern vervollständigen das Bild.

 

In den Jahren 1995/96 begann man mit der Komplettrenovierung der “Alten Turnhalle”. Neben einem neuen Dachwerk wurden bisher umfangreiche Um- und Ausbauarbeiten durchgeführt. Viele unermüdliche Vereinsmitglieder haben zum heutigen Bauzustand beigetragen.