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Offener Brief an die Mitglieder der Sport Union Nieder-Florstadt e.V.

08.06.2019

Liebe Mitglieder der Sport Union Nieder-Florstadt,

„Man weiß erst was man hatte, wenn man es verloren hat!“, heißt es. So weit möchte ich es nicht kommen lassen.

Wie vielen anderen auch, war mir die Brisanz der aktuellen Situation bisher nicht wirklich klar. Natürlich wusste ich, dass ein Verein einen Vorsitzenden braucht und wir derzeit keinen haben. Ich habe mich aber zurückgelehnt und gedacht, der Hauptvorstand kümmert sich schon darum, er wird es richten. Aber die Informationsveranstaltung hat mich unsanft wachgerüttelt. Nichts ist im Lot und das verstehe ich erst jetzt. Im Gegenteil, dem Verein droht die Auflösung und damit der Verlust von materiellem und immateriellem Vereinsvermögen. Das wofür wir, und alle anderen Mitglieder vor uns, gearbeitet haben, droht verloren zu gehen. Damit meine ich nicht nur Musikinstrumente, auf denen wir gespielt, Geräte auf denen wir geturnt, oder Trikots, die wir getragen haben, sondern vor allem auch den Geist der „Union“, einer Gemeinschaft nämlich.

Dass diese noch besteht, und nur vorschnell von einigen totgesagt wurde, auch das machte die Informationsveranstaltung deutlich. Liebe Mitglieder, lasst uns die Situation als Chance begreifen und unseren Verein retten, er hat es verdient!

Wie das gelingen könnte, dazu habe ich mir einige Gedanken gemacht und ich möchte meine Überlegungen hier zur Diskussion stellen:

  • Schon allein der drohende Vermögensverlust lässt die Auflösung des Vereins nicht als angemessenes Mittel erscheinen, den Verein neu zu konstituieren. Ob es möglicherweise sinnvoll sein könnte, die Turnersektion abzuspalten, wäre ein Thema, das in Ruhe besprochen werden könnte, wenn der Verein als Ganzes gerettet ist.
  • Eine neue Satzung ist eine Chance auf ein faires Miteinander und einen gestärkten Verein.
  • Dass wir eine neue, bessere Vereinssatzung benötigen, ist aber wohl ebenso unstrittig, wie die Tatsache, dass wir dringend einen neuen Vorsitzenden finden müssen. Vielleicht ließen sich beide Probleme ja zusammen lösen. Wenn es in unseren eigenen Reihen niemanden gibt, der das Amt des Vorsitzenden übernehmen möchte und ebenfalls niemanden, der sich dem Thema „Satzungsüberarbeitung“ gewachsen fühlt, warum sollten wir für beides nicht einen Externen engagieren?

Dies hätte mehrere Vorteile:

Er oder Sie wäre nicht vorbelastet durch frühere Meinungsverschiedenheiten im Verein.

Er/sie würde neue Ansichten und andere Erfahrungen mitbringen, die den Prozess, eine faire und für alle Seiten akzeptable neue Satzung zu erschaffen, befruchten könnten.

Da er/Sie bezahlt würde, also Kosten entstünden, hätten alle Vereinsmitglieder Interesse daran, dass möglichst zeitnah eine stabile, rechtssichere Satzung erstellt würde.

  • Erfahrung im Vereinsmanagement wären im Übrigen für den künftigen Vorsitzenden, auch für einen „eingekauften“, zwar wünschenswert, aber nicht zwingend nötig. Der Landessportbund Hessen bietet entsprechende Seminare und Workshops zur Fortbildung an.
  • Um in der Sache zu einer basisdemokratischen Entscheidung zu kommen, rege ich eine Mitgliederbefragung an. Sie könnte zunächst auch nur dazu dienen, ein Stimmungsbild zu erfassen und Vorschläge zu sammeln: Was ist gut am Verein? Was ist verbesserungswürdig?
  • Zu guter Letzt wäre es wichtig zu wissen, wie sich die Abteilungsvorstände zu der Situation stellen.

Es würde mich freuen, wenn meine Überlegungen auch andere Vereinsmitglieder aufwecken könnten, sich etwas bewegt in den Köpfen und Herzen und wir gemeinsam UNSERE Sport-Union Nieder-Florstadt e.V. bewahren!

Beste Grüße

Jutta Braun